INTERNETSUCHE

Jedes Mal, wenn man eine der üblichen Suchmaschinen nutzt, werden Suchanfragen gespeichert. Die meisten Suchmaschinen erfassen die IP-Adresse und verwenden Tracking-Cookies, um Suchbegriffe, den Zeitpunkt des Besuchs sowie die ausgewählten Links aufzuzeichnen, und diese Informationen dann in einer gigantischen Datenbank zu speichern.

Diese Suchanfragen geben eine große Menge persönlicher Informationen preis, wie Interessen, Familienverhältnisse, politische Überzeugungen, Gesundheitszustand usw.

Diese Informationen sind eine wahre Goldgrube für Marketingspezialisten, Behördenmitarbeiter, Hacker und Kriminelle, die allesamt gern in den Besitz von persönlichen Suchdaten kommen möchten.

 

Ein Ausweg: Die Verwendung von Suchmaschinen, die kein Tracking vornehmen:

Die niederländische Suchmaschine Ixquick speichert - anders als Google - weder die IP-Adresse des Users (anhand der User eindeutig identifizierbar sind) noch den genutzten Browser oder die eigentliche Suchanfrage. Die Anfrage wird außerdem nach dem besonders sicheren Perfect Forward Secrecy-Verfahren verschlüsselt. Das stellt sicher, dass keine anderen Webseiten und nicht einmal die NSA das Surfverhalten verfolgen können. Die Server von Ixquick stehen zwar teilweise in den USA, das Unternehmen versichert aber, Suchanfragen aus Europa nur über europäische Server zu leiten. Viel anonymer geht eigentlich nicht.

DuckDuckGo speichert keine Suchergebnisse, keine IP-Adresse und auch nicht den genutzten Browser. Auch hier werden die bei einer Suchanfrage trotzdem anfallenden Daten nach dem besonders sicheren Perfect Forward Secrecy-Verfahren verschlüsselt. Bestnoten also auch hier, mit einem kleinen Beigeschmack: DuckDuckGo ist ein US-Unternehmen und läuft auch über US-Server. Die starke Verschlüsselung sollte aber verhindern, dass Daten in die Hände von NSA und Co gelangen.

Das mit dem "find instantly" klappt ebenfalls ganz gut: Die Suchergebnisse von DuckDuckGo können mit denen von Google mithalten, was auch für die Bilder- und News-Suche gilt.

Qwant versteht sich als europäische Alternative zu Google und bietet wie Google an, ein Konto anzulegen - wozu man allerdings die Anonymität wieder aufgeben muss. Die Seite wirbt außerdem damit, dass die Suchergebnisse nicht personalisiert sind und wir so endlich einmal aus unserer Filter-Bubble rauskommen. Ein Nebeneffekt, den aber auch alle anderen anonymen Suchmaschinen haben.

Nicht ganz so goldig sieht’s beim Datenschutz aus: Zwar verspricht Qwant-Mitbegründer Eric Léandri, "wir sammeln absolut keine persönlichen Daten." Alle genaueren Angaben bleiben aber nebulös: "Cookies für kommerzielle Zwecke" würden zwar geblockt - die Seite selbst legt aber Session-Cookies an. Verschlüsselt wird lediglich über das anfällige HTTPS-Protokoll. Zum Umgang mit IP-Adressen gibt es keine Infos.

MetaGer ist eine deutsche Meta-Suchmaschine, die ihre Ergebnisse aus ca. 20 bis 30 anderen Suchmaschinen generiert. Es werden keine Nutzerdaten gespeichert, die IP-Adresse wird anonymisiert, die Suche verschlüsselt - aber nur nach dem für Angriffe anfälligen HTTPS-Protokoll. Immerhin: Die Server stehen in Deutschland und MetaGer unterliegt damit dem relativ strengem deutschen Datenschutzrecht.